2012-02-05

Grundlagen von NewCITS - EU-konformen Investmentfonds mit alternativer Anlagestrategie

NewCITS sind …
• … Investmentunternehmen (= liechtensteinische Bezeichnung für Fonds, die als Einzelfonds oder als Umbrella-Fonds aufgesetzt werden können)
• … für Wertpapiere (d.h., der Fonds investiert überwiegend in börsegehandelte Wertpapiere oder Kontoguthaben, darf allerdings auch Derivate zu Investmentzwecken einsetzen)
• … des offenen Typs (d.h., der Kunde hat ein tägliches Kündigungsrecht zum NAV = Nettovermögenswert des Fonds)
• … in Form der Kollektivtreuhänderschaft (d.h. in der klassischen Fondsform, die auch in Österreich und Deutschland üblich ist)
• … nach liechtensteinischem Recht (d.h., das IUG gilt vollumfänglich in Hinblick auf Anlegerschutz, Wohlverhaltensregeln, getrennte Verwahrung des Vermögens bei einer Depotbank, Prüfung durch einen Auditor, der zur Revision von Fonds zugelassen sein muss; die Prospekterstellung und das öffentliche Angebot muss im Einklang mit der EU-Investmentfondsrichtlinie erfolgen, sodass ein europaweiter öffentlicher Vertrieb vereinfacht möglich ist)

Anlagerichtlinien eines NewCITS als EU-konformen Investmentfonds mit alternativer Anlagestrategie

Mindestens 90 % des Nettofondsvermögens müssen in folgende Anlagen investiert werden:
a) Wertpapiere und Wertrechte, die an einem geregelten, dem Publikum offen stehenden Markt gehandelt werden
b) Wertpapiere aus Neuemissionen, sofern sie an einem geregelten, dem Publikum offen stehenden Markt zum Handel vorgesehen sind und spätestens nach einem Jahr ab dem Datum der Liberierung zum Handel zugelassen werden
c) Sichteinlagen oder kündbaren Einlagen mit einer Laufzeit von höchstens zwölf Monaten bei Kreditinstituten, die ihren Sitz in einem Mitgliedsstaat des EWR haben
d) Geldmarktinstrumente
e) Fondsanteile an Fonds, die entweder nach der EU-Investmentfonds¬richt¬linie aufgesetzt wurden (UCITS), UCITS-ähnliche Fonds (bis zu 30% des Fondsvolumens) oder geschlossene Fonds mit täglicher Liquidität an der Börse sind („Exchange Traded Investments, diese dann ohne Einschränkung der Zielinvestments, Diversifikationsregelungen und Leverage-Vorschriften innerhalb des ETI)
f) Derivative Finanzinstrumente, sofern zur Lieferung nur Titel zugelassen sind, die ein UCITS-Fonds auch direkt kaufen dürfte
g) Wertpapiere oder Geldmarktinstrumente, in die derivative Finanz¬instru-mente eingebettet sind (d.h., über den Umweg eines strukturierten Finanzinstrumentes, in Deutschland und Österreich meist als „Zertifikat“ bezeichnet, lässt sich jede denkbare Anlagestrategie in einen EU-Investment¬fonds als indirekte Anlage in einen EU-Investmentfonds „switchen“, selbst Anlageinstrumente die als direktes Zielinvestment ausgeschlossen sind – wie z.B. Gold - können eingesetzt werden).

Bis zu 10 % des Nettofondsvermögens dürfen auch in andere Anlageinstrumente investiert werden.

Einige Anwendungsbeispiele für NewCITS

• Long/Short-Equity Fund (Kauf von Aktien in den Fonds und gleichzeitiges Shorten anderer Aktien über Aktien-Derivate, obwohl es einem EU-Investmentfonds verboten ist, Leerverkäufe zu tätigen, kann Minerva Investments EU-Investmentfonds auflegen welche durch erlaubte Techniken – eben den Derivate-Einsatz unter Ausschluss der effektiven Lieferung – einem Leerverkauf gleichkommen
• M&A Arbitrage (dabei wird die Aktie der zu übernehmenden Gesellschaft gekauft und die Aktien der übernehmenden Gesellschaft geshortet – natürlich wieder über Techniken die einen Leerverkauf simulieren ohne wie der direkte Leerverkauf verboten zu sein)
• FOREX-Trading (dabei werden Währungen von denen man eine Aufwertung erwartet gekauft und Währungen bei denen man eine Abwertung erwartet geshortet)
• CTA-Hedge Fund (die Umsetzung von CTA-Hedge Fund Strategien kann nur über den Umweg von strukturierten Finanzinstrumenten – Zertifikaten – in einem EU-Investmentfonds realisiert werden)

Grenzen der NewCITS-Struktur

Basis für die Lancierung von NewCITS Fonds ist die jüngste Revision der EU-Investmentfondsrichtlinie in Verbindung mit der Klarstellung der CESR (Verband der europäischen Aufsichtsbehörden) über die Möglichkeiten des Einsatzes von Derivaten und strukturierten Finanzinstrumenten in EU-Investmentfonds. Damit können in der Rechtsform des EU-Investmentfonds UCITS III erstmals Fonds aufgelegt werden, die alternative Anlagestrategien wie Long/Short-Equity, Global Macro, CTA-Hedge Funds, Managed Futures-Trendfolger, Emerging Debt & FOREX-Arbitrage, Volatility Arbitrage u.ä. beinhalten. So wird der NewCITS zur Vollendung der UCITS-Fonds.
Obwohl Minerva Investments in der Lage ist für deren Kunden die meisten klassischen Hedge Fund-Strategien in einem EU-Investmentfonds umzusetzen, gibt es dennoch gewisse Grenzen. So ist z.B. eine Strategie mit hohem Leverage ebenso wenig darstellbar wie Strategien mit illiquiden Zielinvestments (Anmerkung: Um für diese Strategien dennoch ein EU-konformes Angebot zu erstellen, kann Minerva Investments allerdings ETIs – Exchange Traded Investments – emittieren).
 
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