ETIs sind …
• … Investmentunternehmen (= liechtensteinische Bezeichnung für Fonds, die als Einzelfonds oder als Umbrella-Fonds aufgesetzt werden können)
• … für andere Werte (d.h., dass es kein Wertpapierfonds sein muss, sondern auch andere Werte wie Rohstoffe, Derivate zur Spekulation oder generell Sachwerte für diesen Fondstyp gekauft werden können)
• … mit erhöhtem Risiko (d.h., die Risikostruktur eines ETI ist generell höher als die eines UCITS III-Fonds, da z.B. Leverage und/oder ein konzentriertes Portfolio ohne breiter Risikostreuung erlaubt sind)
• … des geschlossenen Typs (d.h., der Anteilshandel findet nicht durch Ausgabe und Kündigung statt, sondern durch Kauf und Verkauf an der Börse oder ausserbörslich, WICHTIG: Ein ETI als geschlossener Fonds verfügt über tägliche Liquidität)
• … in Form der Kollektivtreuhänderschaft (d.h. in der klassischen Fondsform, die auch in Österreich und Deutschland üblich ist)
• … nach liechtensteinischem Recht (d.h., das IUG gilt vollumfänglich in Hinblick auf Anlegerschutz, Wohlverhaltensregeln, getrennte Verwahrung des Vermögens bei einer Depotbank, Prüfung durch einen Auditor, der zur Revision von Fonds zugelassen sein muss, WICHTIG: Die Prospekterstellung und das öffentliche Angebot erfolgen in Einklang mit der EU-Prospektrichtlinie, sodass ein europaweiter öffentlicher Vertrieb vereinfacht möglich ist)
Die rechtliche Grundlage für das öffentliche Angebot der ETI-Fondsanteile bildet die EU-Prospektrichtlinie, konkret das Wertpapierschema 15 für Geschlossene Fonds. Fondanteile, die das Kündigungsrecht des Kunden ausschließen, erhalten einen EU-Pass, sofern der Prospekt im Einklang mit der EU-Prospektdurchführungsverordnung erstellt wurde.
Ausgestaltung eines ETIs - exchange traded investments
ETIs (exchange traded investments) sind Fonds, deren Anteile an einer Börse (zum Beispiel an der deutschen Fondsbörse in Hamburg) im Sekundärmarkt gehandelt werden und nicht – wie bei herkömmlichen Fonds üblich – durch Ausgabe und Kündigung (Rückgabe). Ein Kursmakler stellt in enger Kooperation mit der Kapitalanlagegesellschaft täglich An- und Verkaufskurse, sodass die tägliche Liquidität sichergestellt ist. Der an der Börse zustande gekommene Preis kann dabei vom NAV abweichen, in der Regel ist diese Abweichung allerdings geringer als der Ausgabeaufschlag den Kapitalanlagegesellschaften für andere Fonds verrechnen.
ETIs als börsegehandelte, alternative Anlagefonds haben die Möglichkeit der Kreditaufnahme, wodurch sich Ertragschancen, aber auch die Risiken, deutlich erhöhen können. Weiters haben diese innovativen Investmentlösungen die Möglichkeit Derivate auch zu Spekulationszwecken einzusetzen – können also genauso flexibel agieren wie Zertifikate.
Während herkömmliche Fonds beinahe ausschließlich in handelbare, liquide Wertpapiere investieren müssen, steht ETIs das gesamte Spektrum der Anlagemöglichkeiten zur Verfügung. Dies beinhaltet auch nicht oder äußerst schwer bewertbare Anlagen. ETIs eignen sich daher sowohl für Investmentideen in Derivate und Wertpapiere unter Ausnutzung von Kreditlinien, als auch für Investments in eine oder mehrere Immobilien (Real Estate Investment Trusts), Venture Capital und Beteiligungsfinanzierungen (Private Equity Fonds), aber auch Kunstgegenstände oder Ähnliches. Besonderer Beliebtheit erfreuen sich ETIs auch als Feeder Fund für Hedge Funds oder Beteiligungsmodelle.
Der Grundsatz der Risikostreuung ist bei ETIs nicht zwingend einzuhalten, sodass sich auch eine auf wenige Investmentideen fokussierte Portfoliostrategie durch einen ETI realisieren lässt.
Einige Anwendungsbeispiele für ETIs
• Feeder Funds für Offshore Funds (siehe Qbasis Futures Fund)
• Fonds für andere Werte (siehe Everis Art Fund), grundsätzlich können im Fondsvermögen eines ETI alle denkbaren Investments zum Einsatz kommen, beispielsweise auch KG-Anteile, GmbH-Anteile, physische Rohstoffe und Rohstoff-Derivate, Immobilien, Kunst, uvm.
• Leverage (siehe Minerva Global Investments), bis zu 300% Leverage sowie Short-Positionen mittels Derivaten sind möglich, ebenso Wertpapierleihe
• Managed Accounts als Wertpapier (siehe Everis Special Opportunities Fund, ein CFD-Derivateportfolio wird in einem Fondsmantel öffentlich angeboten)
• Fokussierung (Grundsatz der Risikostreuung kann außer Acht gelassen werden)